Aktuelle Informationen aus unserer Praxis

Änderungen in der Darmkrebsvorsorge - der iFOBT-Test

Mittwoch, 05. April 2017

Seit dem 01.04.2017 hat sich im Bereich der Darmkrebsvorsorge eine Änderung ergeben, die insbesondere für unsere Patientinnen, aber auch für Patienten von wichtiger Bedeutung ist. Es geht um die Untersuchung auf verborgenes „Blut im Stuhl“, im Fachjargon „gFOBT-Test“ - neuerdings "iFOBT-Test" genannt.

Bislang war es so, daß diese Untersuchung immer im Zusammenhang mit einer Krebsvorsorge stehen musste. Das bedeutete, daß Frauen diese Untersuchung beim Frauenarzt durchführen lassen mussten während die Männer dies auch beim Hausarzt im Zusammenhang mit der Prostata-Untersuchung durchführen lassen konnten.

Seit wenigen Tagen hat sich nun folgendes geändert:

1. Die Testdurchführung an sich wurde geändert: Die klassischen „Stuhlbriefchen“ werden jetzt durch ein anderes Verfahren ersetzt. Der Patient entnimmt weiterhin eine Probe des Stuhlgangs zu Hause und gibt diese Probe anschließend wie gewohnt in der Praxis ab. Die Auswertung wird jedoch jetzt durch ein Labor durchgeführt, die Praxis sendet diese Probe entsprechend weiter. Das Ergebnis ist dann innerhalb von 1-2 Werktagen abrufbar (bei uns telefonisch).

2. Das wichtigste für Sie: Die Untersuchung ist nicht mehr an die weiteren Krebsvorsorgeuntersuchungen gebunden. Das bedeutet, dass nun auch Frauen diesen Test in der Hausarztpraxis durchführen können und nicht extra zum Frauenarzt gehen müssen. Die gynäkologische Krebsvorsorge beim Frauenarzt bleibt hiervon natürlich unberührt.

Nicht verändert hat sich:

1. Der Test ist Kassenleistung ab dem vollendeten 50. Lebensjahr („50 Jahre alt“).

2. Er kann jährlich durchgeführt werden.

3. Ab dem vollendeten 55.Lebensjahr sollte statt dieses Tests eine komplette Darmspiegelung durchgeführt werden, die qualitativ dem Stuhltest nach wie vor extrem überlegen in der Darmkrebsvorsorge ist. Bedenken Sie: Nur hierbei können die Darmpolypen als Krebsvorläufer entdeckt und auch gleichzeitig entfernt werden. Somit sollte der Test ab dem 56. Lebensjahr („55 Jahre alt“) nur im Falle der Ablehnung einer Darmspiegelung seitens des Patienten erfolgen. Dieser ist dann aber nur in zweijährigen Abständen eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Und zum diesem Thema noch einmal eine sehr wichtige Information:

Erstmals seit Einführung der Damspiegelung als Krebsvorsorge sind die Zahlen der Neuerkrankungen an Darmkrebs rückläufig. Und dies, obwohl weniger als 40% der Bevölkerung im entsprechenden Alter diese wichtigste aller Krebsvorsorgen wahrnehmen. Würde sich die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen deutlich steigern, so ist mit einem noch deutlicheren Rückgang der Erkrankungen zu rechnen. 

Sie haben Angst vor der Untersuchung? Wir beraten Sie gerne. Und: Wir sind stolz darauf, dass unsere Praxis es schafft, deutlich mehr Patienten für eine Darmspiegelung zu überzeugen als der Schnitt der Arztpraxen in Deutschland. Wir nehmen uns gerne Zeit, Ihnen das Vorgehen bei dieser Untersuchung zu erläutern und Ihnen Ängste zu nehmen.